Casio VL-Tone (VL-1)

 

Über dieses Teil sag ich mal zwei Worte: Spielzeug und 80er-Kult. Als Musikinstrument

schranzt es haarscharf an der Grenze zur kompletten Nutzlosigkeit vorbei.

Bekannt wurde es natürlich durch die NDW-Gruppe Trio und ihren 80er-Jahre-Brüller "Da Da Da". Warum auch immer, sogar Vince Clarke (Depeche Mode, Erasure, Yazoo) hatte so ein Ding mal im Studio rumfliegen. Bisweilen hört man das typische "Klick, Klock, Dsch" der eingebauten Rhythmen auch in Chart-Produktionen dieser Tage, z.b. "Rudebox" von Robbie Williams.

Ich besaß als Kind ein VL-1 und habe diesem Ding die Scheiße aus dem Leib geklimpert, bevor ich meinen ersten, richtigen Synthesizer auch nur von ferne gesehen hatte. Es verschwand irgendwann in den Wirrungen meiner Pubertät, und jetzt hab ich mir eins auf Ebay geschossen. Ha.

Es ist kein Synthesizer, es ist eigentlich gar nichts, obwohl es zusätzlich zu den eigenen 5 Presets eine eigene, programmierbare Hüllkurve besitzt, die durch die Eingabe einer achtstelligen Nummer im Taschenrechner-Modus (jawohl), eingetippt und programmiert werden kann. Weiterhin stehen 9, ähm, Klangfarben zur Verfügung. Kein Filter, keine externe Kontrolle über CV oder etwa MIDI... jou, das war's, Leute.

Es gibt ein paar eingebaute Rhythmen, die alle ungefähr klingen wie eine Murmel in einer leeren Bierflasche.

Der eingebaute Speaker scheppert, dass einem die Zähne ausfallen, obwohl man lustige Wah-Wah-Effekte machen kann, wenn man ihn mit der Hand dämpft - hey, es hat ja doch ein Filter. Wenn man es aber mal an eine Anlage anschließt, muss man doch stutzen, wie erstaunlich fett das VL-Tone rüberkommt.

 

Einsatzgebiete: Späßchen!

 

Vorteile: Winzig, weiß, batteriebetrieben, und wenn man sich auf Ebay nicht übers Ohr hauen lässt, kostet's auch nicht viel. Und man kann es sogar stimmen, mit einem kleinen Schraubenzieher-Poti auf der Rückseite. Goldig.

 

Nachteile: Keine... wenn man nicht erwartet, dass Onkel Vangelis und seine Synthie-Sphären aus der Kopfhörerbuchse krabbeln.